Die Kirche im Dorf

Die Gemeinde Vipperow, - Eberort - von altslawisch „vepri“ (Eber), wurde im Jahr 1178 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit die älteste Gemeinde in der Region. Die ursprüngliche Besiedlung erfolgte, wie die Ausgrabungsfunde belegen, vermutlich noch sehr viel früher, davon künden Reste von Burganlagen nördlich des Dorfes sowie der Burgwall auf der Insel in der „Kleinen Müritz“. Vipperow und der Ortsteil Solzow haben also eine recht lange Geschichte. Vipperower Keramik war im frühen Mittelalter weit verbreitet und durch seine besondere Form und Verzierung im norddeutschen Raum sehr bekannt. Bei Grabungen wurden hier Keramikreste aus dem 12. und 13. Jahrhundert entdeckt. Kaum zu glauben, dass dieses Dorf im Mittelalter so bedeutend war und einem ganzen Landstrich seinen Namen gab: "terra Veperowe".In den späteren Jahrhunderten ging die Bedeutung der Gemeinde allerdings immer mehr zurück.

Vipperower Keramik
Vipperower Keramik

 

Die Gemeinde Vipperow liegt im südlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte, an der Kleinen Müritz. Die Müritz ist Teil der Müritz-Havel-Wasserstraße und wird im Sommer von vielen Feriengästen besucht. Der Müritzradrundweg führt durch das Dorf, das Gewässer lässt sich am Ortsausgang über die Müritzbrücke passieren.

Luftaufnahme Vipperow/Rechlin
Luftaufnahme Vipperow/Rechlin, Foto: Norbert Braun

 

Die alte Dorfstraße leitet den Besucher heute an teilweise schon sanierten alten Gebäuden vorbei, zum Dorfplatz mit der um 1300 errichteten Kirche.

Vipperower Kirche im Dorf heute
Die Vipperower Kirche im Dorf heute. Foto: Norbert Braun

 

Vipperows Kirche gilt als die älteste Kirche in der Region. Sie ist eine Feldsteinkirche, in romanischer Bauweise errichtet, gotisch sind die heutigen Fenster, die Sakristei ist aus dem 15. Jahrhundert, der mit Backstein verblendete Fachwerkturm stammt aus dem 18. Jahrhundert. Wenn Sie um die Kirche gehen, finden Sie auf der Ostseite einen besonderen Stein mit einer Axt. Es kann sich um ein Handwerkerzeichen handeln, könnte aber auch ein Stein sein, der aus dem Heiligtum der Slawen vor der Christianisierung stammt.

Axtrelief
rätselhafter Stein in der Ostwand, Foto: Norbert Braun

 

In der Kirche ist ein Schnitzaltar zu bewundern, dessen Mitteilteil um 1500 entstanden ist. Die dazu gehörenden Seitenflügel wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gestohlen und 1959 laienhaft ergänzt. Die Lütkemüllerorgel von 1865 hat seit der Restaurierung 2008 einen sehr schönen Klang. Schwere Wasserschäden am Turm wurden 2009 behoben. 

Die ehemalige Bedeutung des Dorfes Vipperow zeigt sich auch an den für eine  Dorfkirche ungewöhnlich aufwändigen und qualitätvollen Wandbemalungen aus dem früheren und späten Mittelalter sowie aus der Neuzeit. Wandrenovierungen und Übermalungen in den folgenden Jahrhunderten führten zu mechanischen Beschädigungen sowie Fehlstellen und lassen zur Zeit nur Spuren der früheren Ausmalungen sichtbar werden. Ab 2011 hat die Freilegung und Restaurierung der Wandmalereien begonnen. Nach Abschluß der Restaurierungen erfolgt ein angemessener Neuanstrich der übrigen Wände.